Lange wussten nur Computerfreaks mit Bitcoin etwas anzufangen. Fast ein Jahrzehnt nach ihrer Gründung wird die Digital-Währung aber auch für Otto Normalanleger langsam salonfähig.

In den USA steht der erste börsennotierte Fonds (ETF) für Bitcoin in den Startlöchern. Nach Einschätzung von Fachleuten wäre das der Durchbruch für die Währung, die in der Vergangenheit meist im Zusammenhang mit Geldwäsche oder illegalem Waffenhandel für Schlagzeilen sorgte.

„Bitcoin legt das Schmuddel-Image langsam ab. Die Genehmigung des ETF hätte eine Signalwirkung und das Vertrauen in die Krypto-Währung würde stark zunehmen.“

sagt Professor Philipp Sandner von der Frankfurt School of Finance & Management. 

Bitcoin ist eine digitale Währung, die über hochkomplexe mathematische Algorithmen per Computer generiert wird und an speziellen Online-Börsen in reales Geld umgetauscht werden kann. Für die seit 2009 existierenden Bitcoin stehen im Gegensatz zu klassischen Währungen wie Dollar oder Euro keine Regierungen und Zentralbanken ein, ihr Kurs wird allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Bislang sind Bitcoin vor allem in China populär, doch immer mehr Firmen und Organisationen in Europa und den USA öffnen sich dem Trend:

So lässt Greenpeace etwa Spenden in der Cyber-Währung zu, beim Computerriesen Dell können Kunden damit einkaufen und Einwohner der Schweizer Stadt Zug haben die Möglichkeit, auf dem Rathaus via Smartphone mit Bitcoin zu bezahlen. Großbanken wie die Schweizer UBS und die Deutsche Bank arbeiten an der Entwicklung eigener Cyber-Währungen.

Neue Rekorde

Mit Spannung blicken Experten nun in die USA: Die Börsenaufsicht SEC will am 11. März entscheiden, ob der „Winklevoss Bitcoin Trust ETF“ zugelassen wird.

Der Antrag dafür liegt schon seit fast vier Jahren in der Schublade, immer wieder hat die SEC die Genehmigung wegen der Komplexität des ganzen Cyber-Währungs-Themas verschoben.

Dass der ETF tatsächlich das Licht der Welt erblickt, ist Branchenkennern zufolge deshalb keine ausgemachte Sache.

Sollte es aber dazu kommen, wäre das Interesse riesig, ist sich FinTech-Analyst Spencer Bogart von der Investmentbank Needham & Co sicher. „Allein in der ersten Woche nach dem Start des ETF könnten ihm rund 300 Millionen Dollar zufließen und der Bitcoin-Kurs würde massiv steigen – und das ist noch konservativ geschätzt.“

Derzeit kostet ein Bitcoin rund 1300 Dollar, so viel wie noch nie.

Vor einem Jahr mussten Anleger gerade einmal ein Drittel dessen berappen, um sich mit Bitcoins einzudecken.

Spekulationen auf eine baldige Zulassung des Winklevoss-ETF katapultierten den Kurs in den vergangenen sieben Wochen um rund 60 Prozent nach oben – Bitcoins sind mittlerweile teurer als Gold!

Hier setzen Kritiker an: „Ein großes Problem von Bitcoin ist die Schwankungsanfälligkeit“, sagt BayernLB-Analyst Manuel Andersch. Kursgewinne oder -verluste von 40 Prozent in wenigen Stunden waren vor ein paar Jahren noch normal. Inzwischen sind so große Bewegungen aber selten geworden.

„Die ganze Krypto-Währungs-Industrie wächst aus ihren Kinderschuhen heraus, sie ist sicherer geworden und Anleger haben mehr Vertrauen in sie“

sagt Professor Sandner.

 Er kann sich vorstellen, dass der Kurs für ein Bitcoin 2017 noch die Marke von 2000 Dollar knackt.

Warum Bitcoins teurer als Gold sind
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