Die Kryptowährung Bitcoin hat sich in den vergangenen vier Monaten im Wert mehr als verdoppelt. Bargeldbeschränkungen und Kapitalverkehrskontrollen machen den Bitcoin zur Fluchtwährung Nr.1.

Die Digitalwährung Bitcoin gewinnt weiter rasant an Wert. Allein am Mittwoch legte die Kryptowährung gegenüber dem Euro um mehr als fünf Prozent zu. Seit September hat sich der Wert mehr als verdoppelt. In Euro gerechnet notiert der Bitcoin auf einem neuen Allzeithoch. In Dollar gerechnet wurde ein Allzeithoch aus dem Jahr 2013 bei 1.151 Dollar zwar noch nicht ganz erreicht, immerhin wurde aber zum Jahreswechsel wieder die Marke von 1.000 Dollar nach oben überschritten.

 

Der Wertzuwachs hat handfeste fundamentale Gründe: Bitcoins erlauben elektronische Transaktionen ganz ohne staatliche oder sonstige Überwachung und ohne Einschaltung von Intermediären wie Banken. In Ländern wie Indien, wo die Regierung im November alle 500- und 1.000-Rupienscheine über Nacht für wertlos erklärt hat und in Ländern wie China, wo die Regierung mit neuen Beschränkungen versucht, die Kapitalflucht im Zaum zu halten, entwickelt sich der Bitcoin immer mehr zur Fluchtwährung Nr.1.

Vor allem Chinesen kaufen Bitcoins wie verrückt. Denn per Bitcoin können sang- und klanglos auch große Geldbeträge rund um den Globus geschickt werden, ohne dass Banken oder Regierungen davon etwas mitbekommen.

Aber auch in Europa und Nordamerika gewinnen Bitcoins und andere virtuelle Währungen immer mehr Anhänger. Die Diskussionen um eine Bargeldabschaffung dürfte diesen Trend noch verstärkt haben. Denn anders als normale Überweisungen laufen Bitcoin-Transaktionen völlig anonym und ohne Beteiligung einer zentralen Instanz wie einer Bank ab. Zwar sind alle Transaktionen öffentlich für jeden einsehbar, aber die Identität der involvierten Personen bleibt unbekannt. Aus der Bitcoin-Adresse kann nämlich nicht auf den Inhaber des Bitcoin-Guthabens geschlossen werden.

Interessant sind Bitcoins – trotz der hohen Volatilität – auch als Wertspeicher. Anders als bei Fiat-Währungen wie Dollar oder Euro ist die Zahl der Bitcoin-Einheiten auf alle Zeiten begrenzt. Während die Euro- und Dollar-Geldmenge in den vergangenen Jahren durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken dramatisch gestiegen ist, wächst die Bitcoin-Menge immer langsamer und kann die Höchstmenge von 21 Millionen Währungseinheiten nie überschreiten. Seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems sind staatliche Währungen hingegen an keinen Stabilitätsanker wie Gold mehr gebunden. Notenbanken, Regierungen und Geschäftsbanken können die Geldmenge hemmungslos ausweiten, wodurch klassische Währungen wie Euro oder Dollar ihre Wertaufbewahrungsfunktion immer mehr verlieren.

 


Bitcoin: Das Investment des Jahres?
Markiert in:                         

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.